Wollläuse: So erkennst und bekämpfst du die weißen Schädlinge
Wollläuse, auch Schmierläuse genannt, gehören zu den hartnäckigsten Schädlingen an Zimmerpflanzen. Sie verstecken sich gern in Blattachseln und unter einer weißen Wachsschicht, die sie gut schützt. Mit Geduld, regelmäßiger Kontrolle und den richtigen Mitteln bekommst du einen Befall aber in den Griff.
Wollläuse erkennen
Wollläuse fallen meist durch ihre weißen, watteartigen Ausscheidungen auf. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie kleine Wattebäusche oder Schimmel. Bei genauerem Hinsehen erkennst du die Tiere darunter:
- Aussehen: 2–5 mm lang, oval, mit weißem, mehligem Wachs überzogen und oft mit feinen Wachsfäden am Rand.
- Verstecke: Blattachseln, Blattunterseiten entlang der Adern, Triebspitzen und Ritzen am Stamm. Bei Kakteen und Sukkulenten sitzen sie auch zwischen Dornen und Rosettenblättern.
- Eigelege: Die Weibchen legen ihre Eier in dichte, weiße Wollnester. Darin können Hunderte Eier stecken.
- Klebrige Blätter: Wollläuse scheiden zuckrigen Honigtau aus. Darauf siedelt sich oft schwarzer Rußtau an.

Eine Besonderheit sind Wurzelläuse: Sie leben unsichtbar in der Erde an den Wurzeln. Kümmert eine Pflanze ohne erkennbaren Grund, lohnt ein Blick auf den Wurzelballen. Weiße, mehlige Flecken an den Wurzeln oder am Topfrand sind ein deutliches Zeichen. Wie du Wollläuse von anderen Schädlingen unterscheidest, zeigt unser Ratgeber Schädlinge erkennen.
Welche Schäden richten Wollläuse an?
Wollläuse stechen die Pflanze an und saugen ihren Saft. Dabei geben sie Speichel ab, der das Wachstum stören kann. Typische Folgen sind:
- gelbe, verkrüppelte oder welke Blätter,
- Wachstumsstillstand und Blattfall,
- klebrige Beläge und schwarzer Rußtau, der die Photosynthese behindert.
Ein leichter Befall ist für eine kräftige Pflanze kein Drama. Weil sich Wollläuse aber stark vermehren und gut verstecken, solltest du früh handeln.
Woher kommen Wollläuse?
Meist reisen sie mit einer neuen Pflanze ein. Die Jungtiere sind winzig und krabbeln auch von Pflanze zu Pflanze, wenn die Blätter sich berühren. Begünstigt wird ein Befall durch:
- trockene, warme Heizungsluft im Winter,
- Lichtmangel, der Pflanzen schwächt,
- zu viel stickstoffbetonter Dünger, der weiche, saftige Triebe fördert.
Wie oft und wie viel du düngen solltest, erklärt unser Ratgeber Düngen.
Besonders oft betroffen sind Kakteen und Sukkulenten, Orchideen, Gummibäume und andere Ficus-Arten, Palmen, Drachenbäume und Croton.
Wollläuse bekämpfen: So gehst du vor
- Pflanze isolieren: Stelle sie sofort weg von anderen Pflanzen und kontrolliere die Nachbarn gründlich.
- Läuse mechanisch entfernen: Tauche ein Wattestäbchen in Spiritus oder Isopropanol und tupfe jede sichtbare Laus und jedes Wollnest ab. Der Alkohol löst die schützende Wachsschicht. Teste das vorher an einem Blatt, denn manche Pflanzen reagieren empfindlich.
- Abbrausen: Brause die Pflanze bei abgedeckter Erde kräftig mit lauwarmem Wasser ab, um übrige Tiere und Honigtau abzuspülen.
- Stark befallene Teile abschneiden: Triebe, die dicht mit Wolle bedeckt sind, schneidest du am besten ab und entsorgst sie im Hausmüll.
- Bei Wurzelläusen umtopfen: Erde vollständig entfernen, Wurzeln abspülen, befallene Wurzeln abschneiden und die Pflanze in frische Erde und einen gereinigten Topf setzen.

Kontrolliere die Pflanze danach mindestens einmal pro Woche. Versteckte Tiere und Eier überstehen die erste Runde fast immer, deshalb musst du die Behandlung meist mehrmals wiederholen.
Sprühlösungen mit Seife oder Öl
Für größere Pflanzen oder flächigen Befall eignen sich Sprühlösungen. Bewährt hat sich eine Mischung aus etwa einem Liter Wasser, einem Esslöffel reiner Schmierseife und einem Esslöffel Spiritus. Die Seife wirkt gegen die Läuse, der Spiritus hilft, die Wachsschicht zu durchdringen. Alternativ gibt es Mittel auf Basis von Rapsöl oder Paraffinöl, die die Tiere mit einem Film überziehen.
Sprühe alle befallenen Stellen tropfnass ein und wiederhole das im Abstand von etwa einer Woche. Teste die Mischung immer zuerst an einem Blatt und behandle nicht in der prallen Sonne. Kakteen, Sukkulenten mit Wachsschicht und behaarte Blätter vertragen Seifen- und Öllösungen oft schlecht.
Wenn das nicht reicht, gibt es Pflanzenschutzmittel gegen saugende Insekten, die für Zimmerpflanzen im Haus- und Kleingarten zugelassen sind, zum Beispiel als Spray oder als Stäbchen für die Erde. Halte dich genau an die Gebrauchsanweisung.
Sonderfall Kakteen, Sukkulenten und Orchideen
Bei Kakteen und Sukkulenten sitzen Wollläuse oft gut versteckt zwischen Dornen, in der Rosettenmitte oder direkt am Wurzelhals. Viele dieser Pflanzen haben eine empfindliche Wachsschicht auf der Oberfläche. Seifen- und Öllösungen können sie beschädigen. Arbeite hier lieber gezielt mit dem Wattestäbchen oder einem feinen Pinsel, den du in Spiritus tauchst. Bei Kakteen ist ein Befall an den Wurzeln besonders häufig. Kontrolliere deshalb beim Umtopfen immer auch den Ballen.
Bei Orchideen verstecken sich Wollläuse gern zwischen den Blättern, an den Blütenstielen und unter vertrockneten Hüllblättern an den Luftwurzeln. Entferne lose, trockene Hüllen vorsichtig, damit du alle Tiere erreichst. Die Blüten selbst sind empfindlich. Tupfe dort nur einzelne Läuse ab und sprühe nicht direkt auf die Blüten.
Die Methoden im Überblick
| Methode | Geeignet für | Wichtig |
|---|---|---|
| Wattestäbchen mit Spiritus | einzelne Läuse, kleiner Befall | vorher an einem Blatt testen |
| Abbrausen | robuste Pflanzen mit festen Blättern | Erde abdecken |
| Seifen-Spiritus-Lösung | flächiger Befall | wöchentlich wiederholen |
| Öl-Präparate | größere Pflanzen | nicht in der Sonne anwenden |
| Nützlinge | Wintergarten, große Pflanzen | Wärme und Licht nötig |
Nützlinge gegen Wollläuse
In Wintergärten oder bei großen Pflanzen lohnt sich der Einsatz von Nützlingen. Florfliegenlarven fressen junge Wollläuse. Der Australische Marienkäfer und seine Larven sind auf Wollläuse spezialisiert. Er braucht aber viel Licht und Temperaturen über 20 °C und eignet sich deshalb eher für helle, warme Standorte. Verzichte während des Einsatzes auf Seifen- und Ölsprays, weil diese auch die Nützlinge treffen.
Wollläusen vorbeugen
- Neue Pflanzen in Quarantäne: Stelle Neuzugänge zwei bis drei Wochen getrennt auf und kontrolliere sie genau. Worauf du in den ersten Tagen achten solltest, liest du im Ratgeber Nach der Lieferung.
- Regelmäßig kontrollieren: Ein kurzer Blick in die Blattachseln beim Gießen genügt oft.
- Pflanzen stärken: heller Standort, maßvoll düngen, nicht direkt über die Heizung stellen.
- Abstand halten: Pflanzen nicht so dicht stellen, dass sich die Blätter berühren.
Glattblättrige, robuste Pflanzen erleichtern dir die Kontrolle. Ideen findest du bei unseren pflegeleichten Zimmerpflanzen. Siehst du statt weißer Wolle eher braune Höcker an Stielen und Blattadern, lies weiter im Ratgeber Schildläuse; bei feinen Gespinsten hilft der Ratgeber Spinnmilben.
Robuste Pflanzen mit glatten, gut kontrollierbaren Blättern
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Häufige Fragen
Wie sehen Wollläuse aus?
Wollläuse sind 2–5 mm groß, oval und mit einer weißen, mehligen Wachsschicht bedeckt. Ihre Eier legen sie in weiße, watteartige Nester, die oft in Blattachseln sitzen.
Woher kommen Wollläuse an Zimmerpflanzen?
Meist werden sie mit neuen Pflanzen eingeschleppt. Trockene Heizungsluft, Lichtmangel und zu viel Stickstoffdünger begünstigen ihre Vermehrung.
Was hilft schnell gegen Wollläuse?
Pflanze isolieren und die Läuse mit einem in Spiritus getauchten Wattestäbchen abtupfen. Danach mit einer Seifen- oder Öllösung nachbehandeln und die Pflanze wöchentlich kontrollieren.
Sind Wollläuse gefährlich für Menschen oder Haustiere?
Nein. Wollläuse befallen nur Pflanzen. Für Menschen und Haustiere sind sie harmlos.
Warum kommen die Wollläuse immer wieder?
Eier und versteckte Tiere, zum Beispiel an den Wurzeln, überstehen eine einzelne Behandlung oft. Wiederhole die Maßnahmen deshalb mehrere Wochen lang und prüfe beim Umtopfen auch den Wurzelballen.