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Schildläuse: So erkennst und entfernst du die Schädlinge

Von Doro Imhof Aktualisiert am 5 Min. Lesezeit

Schildläuse sind Meister der Tarnung. Unter ihrem harten Schild sehen sie aus wie kleine braune Pünktchen oder Teil der Pflanze – und genau das macht sie so lästig. Weil der Schild sie auch vor vielen Mitteln schützt, hilft vor allem eines: gründlich entfernen und dranbleiben.

Mit einer Lupe werden die Blätter einer Birkenfeige auf Schädlinge abgesucht
Bild: Foto: Sami Abdullah / Pexels

Schildläuse erkennen

Schildläuse sehen auf den ersten Blick gar nicht wie Tiere aus. Die erwachsenen Weibchen sitzen fest an einer Stelle und sind von einem Schild bedeckt. Achte auf diese Merkmale:

  • Aussehen: runde bis ovale Höcker, je nach Art 1–5 mm groß, braun, beige, grau oder weißlich.
  • Sitzplätze: entlang der Blattadern auf der Blattunterseite, an Blattstielen, Trieben und am Stamm.
  • Kratztest: Lässt sich der Höcker mit dem Fingernagel abschieben und bleibt darunter ein heller Fleck, ist es eine Schildlaus.
  • Klebrige Beläge: Viele Schildläuse scheiden Honigtau aus. Blätter, Fensterbank oder Boden unter der Pflanze werden klebrig, später bildet sich schwarzer Rußtau.

Man unterscheidet grob zwei Gruppen, die du an ein paar Merkmalen auseinanderhalten kannst:

MerkmalNapfschildläuseDeckelschildläuse
Formgewölbt, oft halbkugeligflach, rund oder kommaförmig
Schildfest mit dem Tier verbundenlose, lässt sich abheben
Honigtauja, Blätter werden klebrignein
Typische FolgenRußtau, klebrige Fensterbankgelbe Flecken, Blattfall

Bekämpft werden beide Gruppen ähnlich. Deckelschildläuse sind allerdings oft noch hartnäckiger, weil ihr Schild sie besonders gut schützt.

Nicht verwechseln: Bei Farnen sitzen an der Blattunterseite oft regelmäßig angeordnete braune Sporenhäufchen. Sie gehören zur Pflanze und sind völlig normal. Weitere Unterscheidungshilfen bietet unser Ratgeber Schädlinge erkennen.

Glänzende Blätter eines Gummibaums (Ficus elastica) vor grauem Hintergrund
Foto: Scott Webb / Pexels

Wie Schildläuse leben

Unter dem Schild der Weibchen entwickeln sich Eier oder Junglarven. Die Junglarven, auch Wanderlarven genannt, sind winzig und beweglich. Sie krabbeln über die Pflanze oder zu Nachbarpflanzen, suchen sich einen Platz und saugen sich dort fest. Danach bilden sie ihren eigenen Schild und bewegen sich kaum noch.

Genau darin liegt die Schwierigkeit: Der Schild schützt die Tiere vor vielen Sprühmitteln. Gegen die ungeschützten Wanderlarven wirken Behandlungen dagegen gut. Deshalb ist eine Kombination aus Entfernen und Wiederholen so wichtig.

Welche Schäden entstehen?

Schildläuse saugen Pflanzensaft. Bei einem kleinen Befall merkst du davon kaum etwas. Bei einem starken Befall zeigen sich gelbe Flecken auf den Blättern, die Pflanze wächst schlechter und wirft Blätter ab. Der klebrige Honigtau und der Rußtau darauf verschmutzen die Blätter und nehmen der Pflanze Licht.

Besonders anfällig sind Ficus-Arten wie Gummibaum und Birkenfeige, Palmen, Zitruspflanzen, Oleander, Orchideen und Lorbeer. Oft trifft es Pflanzen, die im Winter warm und zu dunkel stehen. Wie du für jede Pflanze den passenden Platz findest, erklärt unser Ratgeber Standort & Licht.

Schildläuse bekämpfen: Schritt für Schritt

  1. Pflanze isolieren: Stelle die befallene Pflanze getrennt auf, damit die Wanderlarven nicht auf andere Pflanzen übergehen.
  2. Läuse entfernen: Schiebe die Schildläuse mit dem Fingernagel, einem Holzspatel oder einer weichen Zahnbürste ab. Bei empfindlichen Blättern tupfst du sie mit einem Wattestäbchen ab, das du in Spiritus getaucht hast. Teste den Alkohol vorher an einem Blatt.
  3. Blätter abwischen: Wische alle Blätter und Stiele mit einem weichen Tuch und lauwarmem Wasser mit etwas Schmierseife ab, auch auf der Unterseite. So entfernst du Honigtau, Rußtau und Larven.
  4. Stark befallene Triebe abschneiden: Was dicht mit Läusen besetzt ist, schneidest du lieber ab und entsorgst es im Hausmüll.
  5. Nachbehandeln: Sprühe die Pflanze mit einem ölhaltigen Mittel auf Basis von Rapsöl oder Paraffinöl ein. Der Ölfilm erstickt übrig gebliebene Tiere und Larven.
Eine Person wischt die Blätter einer Zimmerpflanze mit einem Tuch ab
Foto: cottonbro studio / Pexels

Wiederhole Abwischen und Kontrolle etwa einmal pro Woche über mindestens vier bis sechs Wochen. Immer wieder schlüpfen neue Larven, die du so erwischst, bevor sie sich festsetzen.

Schildläuse an Ficus und Palmen

Beim Gummibaum sitzen Schildläuse meist an der Blattunterseite entlang der Mittelrippe und an den Blattstielen. Die großen, ledrigen Blätter lassen sich gut abwischen, das macht die Bekämpfung vergleichsweise einfach. Schwieriger ist die Birkenfeige mit ihren vielen kleinen Blättern. Hier hilft es, die Pflanze kräftig abzubrausen und dicht besetzte Zweige zurückzuschneiden. Die Birkenfeige reagiert auf Standortwechsel gern mit Blattfall. Stelle sie nach der Behandlung deshalb möglichst wieder an ihren gewohnten Platz.

Bei Palmen verstecken sich die Läuse in den Blattscheiden und an den Wedelstielen. Arbeite dort mit einer weichen Zahnbürste oder einem Wattestäbchen. Entferne außerdem trockene, alte Wedel, denn darunter überdauern gern einzelne Tiere.

Hausmittel richtig einsetzen

Verbreitet ist eine Mischung aus einem Liter Wasser, einem Esslöffel reiner Schmierseife und einem Esslöffel Spiritus. Sie eignet sich gut zum Abwischen und Einsprühen. Auch selbst gemischte Öl-Lösungen aus etwas Rapsöl, Wasser und einem Tropfen Spülmittel als Emulgator werden häufig genutzt.

Wichtig: Teste jede Mischung zuerst an einem einzelnen Blatt und warte ein bis zwei Tage. Behandle nicht in der prallen Sonne, sonst drohen Flecken. Pflanzen mit behaarten oder bereiften Blättern sowie Farne reagieren besonders empfindlich.

Nützlinge und chemische Mittel

Für große Kübelpflanzen und Wintergärten gibt es spezialisierte Nützlinge, etwa bestimmte Schlupfwespen, die Schildläuse parasitieren. Sie brauchen Wärme und helles Licht. Für die einzelne Zimmerpflanze ist die mechanische Bekämpfung meist einfacher und schneller.

Bei sehr hartnäckigem Befall kannst du zu einem Pflanzenschutzmittel greifen, das gegen Schildläuse an Zimmerpflanzen im Haus- und Kleingarten zugelassen ist, zum Beispiel als Spray oder als Stäbchen für die Erde. Lies die Gebrauchsanweisung genau und halte dich an Dosierung und Abstände.

Schildläusen vorbeugen

  • Neue Pflanzen kontrollieren: Schau Neuzugänge an Stielen und Blattunterseiten genau an und stelle sie die ersten Wochen getrennt auf. Tipps für die Eingewöhnung findest du im Ratgeber Nach der Lieferung.
  • Blätter regelmäßig abwischen: Das entfernt Staub und frühe Larven gleich mit.
  • Im Winter hell und nicht zu warm: Lichtmangel bei warmer Heizungsluft schwächt die Pflanzen.
  • Klebrige Stellen ernst nehmen: Klebrige Blätter oder eine klebrige Fensterbank sind oft das erste Anzeichen.

Große, glatte Blätter lassen sich besonders leicht kontrollieren und abwischen, zum Beispiel bei unseren Philodendron. Siehst du statt brauner Höcker eher weiße Wolle, lies weiter im Ratgeber Wollläuse.

Pflegeleichte Pflanzen mit gut einsehbaren Blättern

Häufige Fragen

Wie sehen Schildläuse aus?

Schildläuse sind runde bis ovale, 1–5 mm große Höcker in Braun, Beige, Grau oder Weiß. Sie sitzen fest an Blattadern, Stielen und Trieben und lassen sich mit dem Fingernagel abschieben.

Woher kommen Schildläuse an Zimmerpflanzen?

Meist werden sie mit neuen Pflanzen eingeschleppt. Die winzigen Wanderlarven krabbeln dann auf Nachbarpflanzen über. Warme, trockene Luft und Lichtmangel im Winter begünstigen den Befall.

Was hilft am besten gegen Schildläuse?

Die Läuse mechanisch entfernen, also abkratzen oder mit Spiritus abtupfen, und die Blätter mit Seifenwasser abwischen. Danach mit einem ölhaltigen Mittel nachbehandeln und mehrere Wochen lang kontrollieren.

Warum sind meine Pflanzenblätter klebrig?

Klebrige Blätter entstehen meist durch Honigtau, den Schildläuse, Wollläuse oder Blattläuse ausscheiden. Untersuche Blattunterseiten und Stiele, um den Verursacher zu finden.

Sind Schildläuse für Menschen oder Haustiere gefährlich?

Nein. Schildläuse saugen nur an Pflanzen und sind für Menschen und Haustiere harmlos.