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Pflanzen & Haustiere: Was ist giftig für Katze und Hund?

Von Jonathan Imhof, Gründer von zimmerpflanzen.ch und zimmerpflanzen.de Aktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Viele beliebte Zimmerpflanzen wie Dieffenbachia, Monstera oder Ficus können Katzen und Hunden schaden, wenn diese daran knabbern. Hier erfährst du, welche Pflanzen problematisch sind, welche ungiftigen Alternativen es gibt und wie du Pflanzen so aufstellst, dass dein Tier möglichst gar nicht erst herankommt.

Katze liegt entspannt neben einer Calathea und einer Areca-Palme auf einem Holzregal im hellen Wohnzimmer
Bild: Helena Jankovičová Kováčová / Pexels

Warum Zimmerpflanzen für Haustiere zum Problem werden können

Katzen knabbern gern an Blättern, Hunde – besonders junge – kauen auf allem herum, was sich bewegt oder raschelt. Viele Zimmerpflanzen schützen sich durch Inhaltsstoffe gegen Fraß. Für Tiere bedeutet das je nach Pflanze und Menge: gereizte Schleimhäute, Speicheln, Erbrechen oder Durchfall. Meist bleibt es bei Beschwerden im Maul und im Magen-Darm-Trakt, aber nicht immer. Wie stark die Wirkung ausfällt, hängt von der Pflanze, der gefressenen Menge und der Größe des Tieres ab.

Ein Hinweis vorab: Das Wort „ungiftig“ heißt nicht, dass Tiere beliebig viel davon fressen sollten. Auch harmlose Blätter können bei größeren Mengen Übelkeit auslösen. Und die Einstufungen unterscheiden sich teils zwischen den Quellen. Im Zweifel gilt: Frag die Tierärztin oder den Tierarzt.

Diese beliebten Zimmerpflanzen sind giftig für Katzen und Hunde

Dieffenbachia, Monstera und Philodendron

Alle drei gehören zu den Aronstabgewächsen. Ihre Pflanzensäfte enthalten Calciumoxalat-Kristalle, feine Nadeln, die beim Kauen die Schleimhäute reizen. Typische Anzeichen sind Speicheln, Pfotenwischen über das Maul, Schluckbeschwerden und Erbrechen. Das gilt für die Dieffenbachia ebenso wie für die Monstera und die Philodendren. Auch verwandte Arten wie Alocasia, Aglaonema, Anthurium, Spathiphyllum und die Efeutute (Epipremnum) enthalten diese Kristalle.

Ficus und Yucca

Der Milchsaft von Ficus-Arten (etwa Gummibaum und Birkenfeige) kann Haut und Schleimhäute reizen. Bei Tieren kommt es nach dem Anknabbern manchmal zu Speicheln, Erbrechen oder Hautreizungen. Die Yucca-Palme enthält Saponine, die vor allem den Magen-Darm-Trakt belasten: Erbrechen und Durchfall sind mögliche Folgen.

Weitere Pflanzen, auf die du achten solltest

  • Aloe vera: Der gelbe Saft unter der Blatthaut kann Durchfall und Erbrechen auslösen.
  • Sansevieria, Dracaena und Cordyline: Sie enthalten Saponine und können Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
  • Schefflera, Polyscias und Codiaeum: Auch hier sind Reizungen und Verdauungsprobleme möglich.
  • Palmfarn (Cycas): Er sieht aus wie eine Palme, ist aber stark giftig und gehört nicht in einen Haushalt mit Hund oder Katze.
  • Lilien: Für Katzen können schon Blütenblätter oder Pollen gefährlich sein, etwa für die Nieren. Schnittblumensträuße mit Lilien solltest du in Katzenhaushalten meiden.

Ungiftige Alternativen für Haushalte mit Tieren

Es gibt viele schöne Pflanzen, die nach gängigen Giftpflanzenlisten für Katzen und Hunde als unbedenklich gelten. Einen Überblick findest du in unserer Rubrik tierfreundliche Zimmerpflanzen. Gute Kandidaten sind:

  • Areca-Palme: Die Areca bringt mit ihren gefiederten Wedeln einen tropischen Look ins Wohnzimmer.
  • Calathea: Die Calathea überzeugt mit auffälliger Blattzeichnung. Sie mag es gleichmäßig warm und etwas feucht, ohne Staunässe.
  • Maranta: Die Maranta (Gebetspflanze) ist kompakt und eignet sich gut für Regal oder Fensterbank.
  • Chamaedorea: Die Chamaedorea (Bergpalme) kommt mit hellem bis halbschattigem Standort zurecht.

Weitere Pflanzen, die als unbedenklich eingestuft werden, sind zum Beispiel Kentia-Palme (Howea), Aspidistra und Aeschynanthus. Prüfe bei Unsicherheit immer den botanischen Namen, denn gleich klingende Handelsnamen bezeichnen manchmal verschiedene Arten.

Tipps zum Aufstellen: So bleiben Tier und Pflanze unversehrt

Pflanzen außer Reichweite platzieren

Katzen springen auf Regale und Fensterbänke, deshalb reicht „hoch stellen“ oft nicht. Hilfreich sind:

  • Pflanzen in Räumen aufstellen, die dein Tier nicht betreten darf, etwa im Arbeitszimmer mit geschlossener Tür.
  • Hängeampeln oder Wandregale wählen, die Katzen nicht erreichen können, ohne dass sie Sprungflächen in der Nähe haben.
  • Giftige Pflanzen nie auf Sideboards oder Fensterbänken stellen, die als Katzenwege dienen.

Stabile Töpfe und abgedeckte Erde

Eine umgeworfene Pflanze kann Tier und Wohnung gefährden. Wähle Töpfe mit stabilem Stand und passendem Gewicht, besonders bei hohen Pflanzen. Gegen Buddeln hilft es, die Erdoberfläche mit größeren Kieseln oder Blähton abzudecken. Das schützt auch vor Düngerresten und Pflanzenschutzmitteln, die du ohnehin nicht in Reichweite lassen solltest.

Auch Wasser und Pflegemittel bedenken

Manche Tiere trinken aus Untersetzern oder Übertöpfen. Dort kann sich Dünger gelöst haben. Leere Untersetzer daher nach dem Gießen und achte darauf, dass Düngerflaschen und Spritzmittel verschlossen und unzugänglich lagern.

Alternative Knabberangebote schaffen

Viele Katzen fressen Grün, weil es ihnen guttut oder einfach Spaß macht. Ein Topf mit Katzengras an einem festen Platz kann das Interesse an anderen Pflanzen verringern. Garantieren lässt sich das nicht, beobachte also, wie dein Tier reagiert.

Katze sitzt im Sonnenlicht am Fenster hinter einer Pflanze mit langen, schmalen Blättern
Foto: Beyzaa / Pexels

Was tun, wenn dein Tier an einer Pflanze geknabbert hat?

  1. Reste entfernen: Nimm Pflanzenreste aus dem Maul, soweit das ohne Verletzungsrisiko möglich ist, und biete frisches Wasser an.
  2. Kein Erbrechen auslösen: Löse kein Erbrechen selbst aus, sofern die Tierarztpraxis es nicht ausdrücklich empfiehlt.
  3. Tierarztpraxis anrufen: Rufe die Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an. Nenne die Pflanze, die vermutete Menge und die Zeit seit dem Kontakt.
  4. Foto bereithalten: Halte ein Foto der Pflanze oder ein Stück davon bereit, falls du den Namen nicht sicher kennst.

Bei Atemnot, starker Schwellung im Maul, anhaltendem Erbrechen oder Apathie solltest du nicht abwarten, sondern sofort tierärztliche Hilfe holen.

So stufen wir die Giftigkeit ein

Bei jeder Pflanze im Shop findest du eine von drei Stufen, im Kaufbereich und unter „Eigenschaften“. Grundlage sind zwei Fachquellen: die Giftpflanzenliste der amerikanischen Tierschutzorganisation ASPCA und CliniTox, das Informationssystem des Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich.

  • Ungiftig: Mindestens eine der beiden Quellen führt die Pflanze ausdrücklich als ungiftig für Katzen und Hunde, und keine widerspricht.
  • Leicht giftig: Die Pflanze reizt beim Kauen oder bei Kontakt mit dem Pflanzensaft Haut und Schleimhäute, etwa durch Calciumoxalat-Kristalle (Monstera, Philodendron, Efeutute) oder Milchsaft (Ficus). Finden wir keinen eindeutigen Beleg, stufen wir vorsichtshalber ebenfalls so ein.
  • Giftig: Die Inhaltsstoffe wirken im ganzen Körper, oder die Quellen beschreiben schwere Vergiftungen (etwa Palmfarn, Drachenbaum, Bogenhanf, Zamioculcas, Dieffenbachia).

Widersprechen sich die Quellen, gilt die strengere Einstufung. Steht bei einer Pflanze keine Angabe, haben wir noch keine verlässliche gefunden. Stell sie dann lieber außer Reichweite deiner Tiere.

Wir prüfen die Angaben sorgfältig, aber ohne Gewähr. Sie ersetzen keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung ruf deine Tierarztpraxis an, bei Kindern den Giftnotruf.

Fazit: Mit etwas Planung klappt das Zusammenleben

Du musst nicht auf Grün verzichten, nur weil Katze oder Hund mit im Haus leben. Informiere dich vor dem Kauf über den botanischen Namen, wähle bevorzugt ungiftige Arten und platziere Pflanzen mit Bedacht. Stöbere gern durch unser Sortiment an tierfreundlichen Pflanzen oder frag im Zweifel vorab deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

Ungiftige Pflanzen für Haushalte mit Tieren

Häufige Fragen

Ist die Monstera für Katzen giftig?

Ja. Die Monstera enthält Calciumoxalat-Kristalle, die beim Kauen Maul und Rachen reizen. Mögliche Folgen sind Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden. Stelle sie daher außer Reichweite deiner Katze auf.

Welche Zimmerpflanzen sind für Katzen und Hunde ungefährlich?

Als unbedenklich gelten zum Beispiel Areca, Calathea, Maranta und Chamaedorea. Auch Kentia-Palme und Aspidistra werden meist so eingestuft. Prüfe im Zweifel den botanischen Namen und frag die Tierarztpraxis.

Sind ungiftige Pflanzen komplett harmlos für Tiere?

Nicht unbedingt. Auch ungiftige Pflanzen können bei größeren Mengen Übelkeit oder Erbrechen auslösen. Außerdem können Dünger oder Pflanzenschutzmittel auf den Blättern oder in der Erde gefährlich sein.

Was soll ich tun, wenn mein Hund eine giftige Pflanze gefressen hat?

Entferne Pflanzenreste aus dem Maul und rufe sofort die Tierarztpraxis oder den Notdienst an. Nenne Pflanzenname, Menge und Zeitpunkt. Löse Erbrechen nur auf ausdrücklichen tierärztlichen Rat aus.

Reicht es, giftige Pflanzen einfach hoch zu stellen?

Bei Katzen meist nicht, da sie Regale und Fensterbänke leicht erreichen. Sicherer sind ein geschlossener Raum oder eine Aufhängung ohne Sprungfläche in der Nähe. Besser ist es, in Katzenhaushalten ungiftige Arten zu wählen.